Mir ist in meinem Umfeld aufgefallen, dass oftmals in abwertender Weise von sexuell offenen und freizügigen Frauen gesprochen wird. Sie werden umgangssprachlich synonym als „Schlampen“ bezeichnet.
Missbilligend wird angenommen, dass sie eine zu hohe Zahl von verschiedenen Sexualpartnern haben, nicht an langfristigen Bindungen interessiert sind, abtreibungsfreundlich und unmoralisch sind.
Verstöße von Männern gegen den „sittlichen“ Katalog, werden nicht entsprechend verurteilt, sondern eher als Kavaliersdelikt abgetan. Es wird also mit zweierlei Maß gemessen.
Dazu gibt es einen bildhaften Ausspruch: „Wasser predigen, aber selbst Wein trinken.“
In sehr vielen Foren suchen Männlein und Weiblein sexuelle Kontakte. Wollen ihren Spaß, lustvolle Stunden erleben, wollen geile Bilder sehen und Geschichten lesen.
Eine Partnerschaft eingehen wollen sie aber nur mit keuschen und treuen Partnern. Sparsam, gehorsam und höflich sollen sie auch noch sein. Wenn möglich tolerant eigene Fehler und Schwächen übersehen.
Kann eine sexuell offene und freizügige Frau das nicht?
Wer weiß schon genau, wie viele Sexualpartner eine sexuell freizügige und offene Frau überhaupt hatte?
Wer weiß, ob eine sexuell freizügige und offene Frau zu keiner größtmöglichen Ehrlichkeit gegenüber ihrem Partner fähig ist?
Wer weiß, ob sexuell freizügige und offene Frauen keine Bereitschaft zu einer verlässlichen, verbindlichen und wohlwollenden Beziehung haben?
Wer weiß, ob sexuell freizügige und offene Frauen nicht Freude daran haben, dass der nahe stehende Partner etwas Schönes in seinem Leben erfährt?
Wer weiß, welcher manchmal mühsame Entfaltungs- Entwicklungs- und Lernprozesses notwenig war, um genug Selbstvertrauen zu gewinnen um so offen und freizügig zu sein, wie es der Natur der entsprechenden Frau entspricht?
Haben Männer Angst vor autonomen, ihre Sexualität lebenden Frauen, die selbst bestimmen, wie diese aussieht?
Warum spalten gerade Frauen ihre Geschlechtsgenossinnen in anständige und gefallene Mädchen und ob Frau so eine ist oder nicht? Hure oder Heilige?
Dies soll keinesfalls ein Plädoyer für sexuelle Freizügigkeit sein, sondern lediglich zum Nachdenken anregen, nicht alle Frauen in eine Schublade zu stecken.
Mittwoch, 9. Mai 2007
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